Wem der Sinn nach Reisen steht, der kann Gott nicht mit aller Kraft dienen.

Das meinte jedenfalls Sebastian Brant, der in seinem "Narrenschiff" das Reisen in den Reigen der Torheiten aufnahm. Mit dieser Meinung stand er zwar nicht allein, dennoch gab es im Mittelalter auch zahlreiche Befürworter des Reisens und einen gewissen "Zwang zur Mobilität".

Die Vorlesung will einen Überblick über die deutsche Reiseliteratur des hohen und späten Mittelalters geben. Visionäre Reiseberichte, Abenteuerromane, ethnographische Darstellungen und die klassischen Reiseautoren von Marco Polo bis Mandeville werden behandelt. Ein Schwerpunkt liegt auch auf den spätmittelalterlichen Pilgerberichten.