Wie entsteht eine Theaterkritik? Welche Informationen braucht ein Kritiker, um ein Stück beschreiben und bewerten zu können? Worin besteht seine Aufgabe als professioneller Zuschauer während des Stückes? Was entsteht durch sein Schreiben? Die Beschreibungen, Reflexionen und Bewertungen eines Theaterkritikers erzeugen eine eigene Welt, die der der Aufführung zwar ähnelt, sie aber nicht kopieren kann. Die Kritik versucht sie einsehbar zu machen, den eigenen durch Erfahrung und Wissen geschärften Blick nachvollziehbar zu machen.
In der Textproduktion entsteht etwas Neues: Der Kritiker wählt ihm interessant erscheinende Elemente aus und komponiert sie neu. Das Seminar geht dem Entstehungsprozess einer Kritik nach. Nach vorbereitenden Recherchen werden verschiedene Inszenierungen (u.a. des Düsseldorfer Schauspielhauses) besucht und im Anschluss über das von uns Wahrgenommene gesprochen und geschrieben. Wichtigster Teil der Arbeit ist die folgende kritische Reflexion der eigenen Vorgehensweise. Diese wird unterstützt durch den Austausch und das Gespräch mit Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen. Welche Welten erzeugt der Kritiker? Welche verschiedenen Perspektiven kann er wählen? Welche Schwerpunkte werden gesetzt? Woran orientieren sich die Bewertungen?