„Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent!", schrieb der junge Goethe in einem bösen Gedicht. „Ein Rezensent, [...] das ist der Mann, / Der alles weiß, [...] und gar nichts kann!", lesen wir in einem Trauerspiel von Ernst von Wildenbruch. „Wer nicht schreiben kann, rezensiert", erklärte Ludwig Börne verächtlich.

Wurde Kritik zu Zeiten Goethes in Form von handschriftlichen Briefen, in papiernen Zeitschriften oder auch in der Literatur selbst ausgetragen, so findet Kritik heutzutage u.a. in Weblogs statt. Authentizität, Spontaneität und Unmittelbarkeit charakterisieren die Texte in Weblogs. Wir tauschen uns in ihnen über Musik, Mode oder Malerei aus; bisher ist das Theater in der „Blog-Landschaft" weniger intensiv vertreten. Das soll sich ändern: Ihre Theaterkritiken erscheinen im Sommersemester in einem dafür erstellten Weblog. Zum einen lernen Sie, den nur bedingt wiederholbaren Vorgang auf der Bühne in Worte zu fassen und kritisch zu bewerten, außerdem kommentieren Sie die Beiträge Ihrer KommilitonInnen und treten in einen direkten Austausch untereinander.

Neben den vier Blocktagen, an denen wir uns auch der Geschichte der Theaterkritik und der Weblog-Kommunikation widmen werden, erkunden wir gemeinsam die Düsseldorfer Theaterlandschaft (Düsseldorfer Schauspielhaus, Forum Freies Theater (FFT)), diskutieren mit SchauspielerInnen, RegisseurInnen und DramaturgInnen und lernen aktuelle Inszenierungspraktiken kennen und deuten.