Beim gesprochenen Wort dienen Tonfall, Tonhöhe, mimische und gestische Zeichen als Mittel, komische Übertreibung oder Ironie kenntlich zu machen. Über welche Möglichkeiten verfügt die geschriebene Sprache, komische Wirkungen zu erzielen oder zu markieren, dass eine Aussage ironisch gemeint ist? Das Seminar macht sich zur Aufgabe, Grundbegriffe der Stilistik vorzustellen sowie Texte zur mittelalterlichen Lachkultur, zur Theorie der Komik (W. Iser, K. Stierle, R. Warning, W. Preisendanz u.a.) und zur Theorie der Ironie (H. Weinrich, E. Lapp) zu diskutieren. Anschließend werden Komödien und Satiren von Heinrich von Kleist, Heinrich Heine, Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß und Thomas Bernhard daraufhin untersucht, wie sie komische Kippeffekte erzeugen oder Aussagen ironisieren.

 

Literaturhinweise:

Preisendanz, Wolfang/ Warning, Rainer (Hrsg.): Das Komische, München 1976.

Moennighoff, Burkhard: Stilistik, Stuttgart 2009.

Eroms, Hans-Werner: Stil und Stilistik. Eine Einführung, 2, erw. Aufl., Berlin 2014.

Weinrich, Harald: Linguistik der Lüge. Kann Sprache die Gedanken verbergen?, Heidelberg 1974.

Lapp, Edgar: Linguistik der Ironie, 2. Aufl., Tübingen 1997.